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Amazone Sam fällt es schwerer, zu atmen. Nach einem Flug scheint Sam Luft zu „pumpen“, auch im entspannten Zustand scheint das Luftholen beschwerlich. Zudem trinkt er übermäßig viel und setzt dementsprechend mehr Urin ab.

Abwarten ist kein guter Rat, die Abklärung bei einem Tierarzt wichtig Bei solchen Anzeichen kann es sich um eine „Aspergillose“ handeln. Zu Beginn sind in der Regel die oberen Atemwege betroffen, unbehandelt ist die Erkrankung lebensbedrohlich.

Die Aspergillose ist eine Schimmelpilzerkrankung. Möglich sind verschimmeltes Körnerfutter, Pilze in Einstreu oder Nistmaterial. Auch die Belüftung der Räumlichkeiten spielt eine Rolle. Schimmelpilze können an Nussschalen haften, z.B. an Sonnenblumenkernen oder Erdnüssen. Wenn der Papagei sie knackt, gelangen die Pilzsporen in die Atmungsorgane (obere Luftwege, Luftsäcke, Lunge). Hier können sie zu einem Schimmelrasen heranwachsen. Vorbeugend ist die Fütterung von Futterpellets für Vögel, wie wir sie bei Hund und Katze kennen, von Vorteil. Diese sind absolut pilzfrei. Besonders anfällig sind Papageien, die aus den Tropen stammen wie Amazonen, Graupapageien, Aras.

Aber auch Sittiche, Kakadus und Finkenvögel können betroffen sein Mediziner unterscheiden zwischen akuter Aspergillose und der chronischen Form. Trockene Schleimhäute begünstigen die Aspergillose – in der Hobbyhaltung sollte der Tierhalter für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen.

In freier Wildbahn liegt die Luftfeuchtigkeit bei über 80 Prozent. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (etwa 60%) ist deshalb bei der Haltung der Großpapageien ein Vorsorge-Faktor. Zudem ist stets die Hygiene bei Einstreu und Futter schalen wichtig. Aber auch Stress in der Tierhaltung und eine daraus resultierende Immunschwäche können der Aspergillose den Weg bereiten. Eine Ursache kann ebenfalls in einer zu vitaminarmen Fütterung liegen – die ausreichende Frischfütterung (Obst und Gemüse) gilt deshalb ebenfalls als Maßnahme, einer Aspergillose entgegenzuwirken.

© Vogelkundlicher Tierarzt Dr. Thomas Meyer, Kappeln

So schön die warmen Temperaturen sind – nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerscheinchen oder Stubenvögel müssen vor Wärme geschützt werden.

Nagetiere wie Meerschweinchen oder Chinchillas, Kaninchen und Vögel können nicht über die Haut schwitzen. Sie haben oft nicht die Möglichkeit, sich in kühle Erdlöcher zurückzuziehen, wenn das Gehege dazu keine Möglichkeit bietet. Die drei wichtigsten Regeln sollten daher für jeden Tierhalter lauten: Ständig frisches Wasser anbieten, Schatten im Gehege und hierbei bedenken, dass die Sonne wandert. Ausreichende Belüftung ist wichtig ohne dass das Tier Zugluft ausgesetzt wird.

Sollte die Wärme in Deutschland nochmal „zuschlagen“, hier einige wertvolle Tipps:

  • Sorgfältiger als bisher auf die Hygiene achten: Futterreste immer gleich entfernen, denn sie verderben jetzt besonders schnell! • Gehege an heißen Tagen häufiger als sonst reinigen und auch weniger Einstreu verwenden: Staub in Kombination mit angestauter Hitze erschwert das Atmen, außerdem können die Tiere die Streu leichter zur Seite schieben und es sich auf dem kühleren Boden bequem machen.
  • Gehegedächer können zur Kühlung mit feuchten Tüchern abgedeckt werden, aber immer so, dass noch ein Luftaustausch stattfinden kann. Ein Schlafplatz aus Keramik oder Sand (aus dem Kühlschrank) sorgt für Abkühlung und wird gerne angenommen.
  • Eine Bodenfliese oder ein Ziegelstein bietet Nagern und Kaninchen eine kühle Liegefläche. Vögel nehmen gerne eine bereitgestellte Bademöglichkeit (z. B. handelsübliches Badehäuschen) an oder genießen eine Dusche mit einem Pumpsprüher für Blumen.
  • Tiere, die in Freigehegen leben, regelmäßig auf Madenbefall kontrollieren! Verschmutztes Fell gründlich reinigen und kürzen, denn Fliegen legen in verunreinigtem und kotverklebten Fell im Afterbereich gern ihre Eier ab. Die geschlüpften Maden fressen sich tief in die Haut – dieser Madenbefall (Myiasis) schädigt das Tier massiv und lebensgefährlich!
  • Vorsicht vor Zugluft auch durch Ventilatoren! Sittich, Hamster und Co. können sich leicht erkälten oder eine Augenentzündung bekommen.
  • Anzeichen für eine Überhitzung sind Teilnahmslosigkeit, rasches und flaches Atmen, Zuckungen oder Krämpfe, Taumeln oder sogar Bewusstlosigkeit. Das Tier sofort in den Schatten bringen, Wasser anbieten und vorsichtig mit etwas Wasser besprühen. Unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen, der dann weitere Maßnahmen einleiten kann.

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