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Schlagwortarchiv für: Blasensteine

Wie Sie Erkrankungen der Harnwege erkennen

Krankheit

Meerschweinchen Paul läuft plötzlich nicht mehr unbeschwert durch sein Gehege. Seine Halterin bemerkt, dass sein Urin rötlich verfärbt ist, und fährt sofort mit ihm in die Tierarztpraxis. Eine gute Entscheidung: Blutiger Urin kann bei Meerschweinchen auf eine Erkrankung der Harnwege hinweisen und sollte immer tierärztlich abgeklärt werden.

Bei Paul zeigt die Untersuchung, dass Blasensteine die Ursache für seine Beschwerden sind. Diese können die Blasenschleimhaut reizen und zu Blutungen führen. Besonders gefährlich wird es, wenn ein Stein den Harnabfluss behindert. Dann kann sich der Urin stauen und die Nieren können geschädigt werden. Ein vollständiger Verschluss der Harnwege ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Die Entstehung von Harnsteinen ist bei Meerschweinchen häufig mit der Ernährung und dem Mineralstoffhaushalt verbunden. Meerschweinchen scheiden überschüssiges Calcium über den Urin aus. Bei einer calciumreichen Ernährung kann sich daher vermehrt sogenannter Blasenschlamm bilden, aus dem sich unter ungünstigen Bedingungen Steine entwickeln können. Auch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann die Bildung von Harnsteinen begünstigen.

Eine ausgewogene, artgerechte Ernährung ist deshalb besonders wichtig. Heu sollte ständig zur Verfügung stehen und den größten Teil der Nahrung ausmachen. Frisches Grünfutter und Gemüse ergänzen den Speiseplan. Sehr calciumreiche Futtermittel sollten nicht in großen Mengen gefüttert werden. Salz- und Minerallecksteine sind bei gesunden Meerschweinchen in der Regel nicht notwendig und sollten nicht zur freien Verfügung angeboten werden. Frisches Trinkwasser muss jederzeit erreichbar sein.

Wenn ein Meerschweinchen bereits Blasensteine entwickelt hat, hängt die Behandlung von Größe und Lage der Steine sowie vom Zustand des Tieres ab. Kleinere Steine können unter Umständen anders behandelt werden, größere oder blockierende Steine müssen häufig operativ entfernt werden. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Blut im Urin, häufiges Pressen beim Urinieren, Schmerzen, Unruhe oder eine deutlich verringerte Urinmenge sind Warnzeichen. In diesen Fällen sollte das Meerschweinchen umgehend tierärztlich untersucht werden.

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Fütterung: Blasensteine vermeiden

Vorsorge

Meerschweinchen Paul läuft nicht so unbeschwert durchs Gehege wie seine Artgenossen. Als die Tierhalterin bemerkt, dass Paul blutigen Urin absetzt, geht sie sofort in die Tierarztpraxis/Tierklinik. Eine gute Entscheidung, denn bei einer Harnröhrenverstopfung und Rückstau von Urin kann das Meerschweinchen rasch an Nierenversagen sterben.

„Blasenstein“ lautet die Diagnose. Blasensteine sind hauptsächlich – wie zahlreiche Erkrankungen der Meeries – auf falsche Fütterung zurückzuführen. Da die putzigen Tiere ursprünglich aus einer kargen Gegend stammen (Südamerika), ist ihr Körper auf eine calciumarme Kost eingestellt.

Zu viel Calcium und Vitamin-D 

Zu viel Calcium und weitere Mineralstoffe, zu wenig Flüssigkeit oder Vitamin-D-Zusätze im Trockenfutter sind einige der Faktoren, die Blasensteine verantworten. Aus diesem Grund haben auch Salz- und Mineral-Lecksteine im Meerschweinchen-Gehege nichts zu suchen. Grünrollis, Kohlrabi-Blätter, Kräuter, Brokkoli und Kraftfutter sollten bei gesunden, erwachsenen Tieren nur in geringen Mengen, bei Meeries mit Blasensteinen gar nicht verfüttert werden.

Futter mit viel Flüssigkeit, z.B. Möhre, Gurke, Tomate ist zu empfehlen. Und: dass immer frisches Trinkwasser zur Verfügung steht, sollte selbstverständlich sein. Hat Ihr Meerschweinchen erst einmal Blasensteine, sind diese schwer zu entfernen. Meist kann der Stein nur entfernt werden, indem das Tier in Narkose versetzt wird, um Bauchhöhle und Blase zu öffnen.

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